Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin,dass Christus für uns gestorben ist,als wir noch Sünder waren.

Römer 5,8Februar 2019

Angenommen
Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn gerettet werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind. Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. Römer 5, 8-10

Immer wieder bin ich von mir selbst enttäuscht. Enttäuscht, wenn ich nicht schaffe, was ich mir vorgenommen habe. Enttäuscht, wenn ich die Erwartungen meiner Lieben nicht erfülle. Enttäuscht, wenn ich versage. Und in diesen Momenten frage ich mich, ob ich nicht auch Gott enttäusche? Unser Umgang mit Schuld und Scham verrät viel über unser Gottesbild.

Gott hat uns als gottlosen Sündern seine Gnade gezeigt, wie können wir da denken, er würde uns als Kinder verstoßen, wenn wir in Sünde fallen?

Denkt ihr etwa, Gott hat uns in Christus alle(!) Sünden vergeben, aber wenn wir dem jetzt noch etwas hinzufügen, dann wendet er sich ab? Nein, Gott wusste genau, worauf er sich einlässt, als Er auf uns zugegangen ist. Er wusste, für wen Er sich da hingibt. Gottes Kommen in Jesus Christus war keine naiv idealistische Idee. Er kannte uns, und hat sich trotzdem auf uns eingelassen.

Wenn das wahr ist, dann können wir durch kein Tun bewirken, dass Gott uns weniger liebt. Wir können Gott mit nichts enttäuschen. Er hat mit dem Schlimmsten gerechnet und sich trotzdem auf uns eingelassen. Weil seine Liebe groß ist, skandalös groß. Das glauben wir.

Und doch zeigt unser Verhalten, dass dieser Glaube uns noch nicht durchdrungen hat. Was tun wir denn, wenn wir gesündigt haben? Was tun wir, wenn wir uns abgrundtief schämen? Laufen wir dann nicht von Gott weg? Versuchen wir es nicht wieder gut zu machen? Müssen wir ihm nicht erst mal beweisen, dass wir seiner Liebe noch wert sind?

Zu glauben, dass Gott uns bedingungslos liebt, heißt, zu Ihm hinzulaufen, wenn wir uns schämen. Heißt, zu ihm zu kommen, wenn wir Schuld tragen. Und dazu lädt uns Jesus ein: Kommt her zu mir, die ihr beladen seid und euch abmüht, ich will euch Ruhe schenken. Eine Ruhe in der wir uns angenommen wissen dürfen – ohne es uns beweisen zu müssen. Einfach angenommen. Angenommen.

Michael Voth