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Monat Juli/August 2018

Wann immer unser Gewissen uns anklagt,
dürfen wir wissen: Gott in seiner Größe ist barmherziger als unser eigenes Herz, und ihm ist nichts verborgen.
Er, der uns durch und durch kennt,
sieht nicht nur unsere Verfehlungen.

1. Joh 3,20 (NGÜ)


Gedanken zum Monatsspruch


Gottes Anspruch an unser Leben ist hoch. Nicht nur sollen wir jeden lieben, wir sollen sogar mit göttlicher Liebe – als bedingungslos – lieben. Wir sollen nicht nur Fehler vermeiden, sondern wir sollen Heilige sein wie Gott. Das sind Forderungen, an denen wir immer wieder scheitern. Ein Anspruch, dem wir nicht immer genügen können.
Faszinierend, welchen Umgang Johannes dafür vorsieht. Nicht, dass er den Anspruch herunterschraubt oder einige Geschwister ausschließt - naja, eine Schwester, einen Bruder darfst du hassen… - nein, der An-spruch bleibt Gottes perfekte Liebe. Doch was tun wir, wenn bei aller geschwisterlichen Liebe unsere Gefühle mit uns durchgehen? Oder eine Beziehung sich immer wieder als schwierig erweist? Wann immer unser Gewissen uns anklagt, ´dürfen wir wissen`: Gott in seiner Größe ist barmherziger als unser eigenes Herz, und ihm ist nichts verborgen. ´Er, der uns durch und durch kennt, sieht nicht nur unsere Verfehlungen.`
Das ist eine bemerkenswerte Aussage über Gott: Gott ist großzügiger als unser eigenes Gewissen und bewertet auch unser Fehlverhalten im großen Kontext. Wenn wir aufrichtig mit Jesus unterwegs sind und unsere Bemühungen, nach seinen Maßstäben zu leben immer wieder schieflaufen, bewertet Gott uns großzügiger als unser eigenes Gewissen. Zu oft ist unser Gewissen ein überstrenger Richter mit uns. Da hat uns Gott schon längst vergeben, doch unser Gewissen kann diese Vergebung nicht annehmen. Lass es dir zusprechen: Gott ist großzügiger als dein Gewissen! Wenn uns unser Herz verdammt, ist Gott größer als unser Herz und erkennt alle Dinge. (Luther 2017) Wann immer unser Gewissen uns anklagt, Gott ist größer. Diese Aussage ist so krass, dass Abschreiber im Mittelalter hier ein „nicht“ hinzugefügt haben, und so die Aussage genau umgekehrt haben. Der Text würde dann lauten: Wenn unser Gewissen uns nicht anklagt, dann ist Gott größer – nämlich er kennt auch die Fehler, die du nicht kennst. Gott sieht auch die Fehler, die dein Gewissen übersieht. Das ist aber nicht der inspirierte Text! Vielmehr ist Gott größer, indem er auch unsere Bemühungen kennt. Wir leben in Gottes Familie, die von Liebe geprägt ist, und Gott sieht, wenn wir fallen nicht unsere Fehler, sondern auch unser Bemühen. Unser Gott ist eben nicht ständig auf der Suche nach unseren Sünden, um sie uns unter die Nase zu reiben. Vielmehr vergibt er uns in seiner großzügigen Gnade. Und sieht eben auch auf die Umstände. Oft haben wir das Gefühl anderen nicht ehrlich sagen zu können, was wir tun, weil sie uns verurteilen würden. Die Anderen würden nie nachvollziehen können, wie wir dazu kommen, so zu handeln und uns dafür richten. So ist es nicht bei Gott. Er weiß alles, auch die Umstände,wie es zu unserem Fehlverhalten kommt. Er weiß, wer mich provoziert hat, bevor ich ausgerastet bin. Gott in seiner Weisheit konzentriert sich nicht auf unsere Fehler, sondern sieht das große Ganze.
Wir glauben an einen großzügig gnädigen Gott, ja Er ist größer als unser Herz. Wir glauben an einen Gott, der auf das große Ganze schaut er konzentriert sich nicht nur auf unser Verschulden.
Michael Voth










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