Kirche = Gebäude

Gottesdienst = Massenveranstaltung

Corona Virus = geistliches Leben tot

Wirklich? Herzlich willkommen zu unserer neuen Gottesdienstreihe

– bei euch zu Hause und hier online.



Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: 
Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest. Er wird dich mit seinen Fittichen decken und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

Psalm 91, 1-6 April 2020

Liebe Geschwister in Eberswalde und Umgebung!

Ich sitze gerade zu Hause – und das ist in diesen Tagen zugegebenermaßen nicht wirklich etwas Besonderes. Da wird es vielen von Euch ähnlich gehen. Ich habe gegenüber manchen von Euch nur einen Vorteil: als EU-Rentner mit ziemlich viel Tagesfreizeit konnte ich das „Zu-Hause-Bleiben“ schon vor der Corona-Krise eine geraume Zeit lang üben. Das heißt, dass sich für mich eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Doch etwas Entscheidendes ist jetzt doch deutlich anders als zuvor: da alle Schulen geschlossen sind, ist jetzt meine holde Gattin, die als Lehrerin arbeitet, auch zu Hause was zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach ist: Ich gehöre eher zum Typus „Coach-Potato“ kann also ganz gut den ganzen Tag rum sitzen und die weiße Wand anstarren, während Frohmut im normalen Leben eher viel unterwegs ist. Es fällt ihr deutlich schwerer, jetzt in den vier Wänden auszuharren und abzuwarten, bis sie wieder den Normalbetrieb aufnehmen kann. Aber neben den einen oder anderen Meinungsverschiedenheiten gibt es auch viele schöne Momente, in denen wir merken, dass die Bibel (wie eigentlich immer) auch hier wieder recht hat, wenn sie sagt: „Einer mag überwältigt werden aber zwei könnten widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei“ (Prediger 4, 12). Frohmut hat auch gleich den Beweis für die Richtigkeit dieses Verses erbracht, indem sie mir geholfen hat, ihn überhaupt in der Bibel zu finden. Einer dieser schönen Momente war, als wir beim Weltgebetstag am 22.03. eine Stunde lang zu zweit uns gegenseitig aus der Bibel vorgelesen, zusammen gesungen und gebetet haben. Dabei waren wir uns und vor allem Gott so nahe, wie wir es in unserem normalen Alltag nur selten erlebt haben. Wir konnten Gott als den erleben, zu den wir uns mit unseren Ängsten und Fragen wenden können. Und wir konnten wie der Psalmist sagen: „Herr, Du bist unsere Zuflucht für und für“ (Psalm 90, 1). Wir dürfen uns auch gerade angesichts der Angst vor dem Coronavirus auf ihn verlassen und wie in Psalm 91, 3 wissen: „Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest“. Wir können jetzt also die Zeit nutzen, um Gott wieder ganz neu in den Blick zu nehmen und seine unendliche Liebe gerade in schwierigen Zeiten ganz besonders zu spüren. Und wir können trotz „Social Distancing“ also der räumlichen Trennung voneinander uns gerade jetzt wieder persönlich und geistlich näher kommen und untereinander eine Nähe erleben, die nur Gott schenken kann. Ich gebe auch zu, dass ich die oben beschriebenen Erfahrungen leichter machen konnte, weil ich nicht alleine wohne. Deshalb wäre es schön, dass wir jetzt an die denken, die alleine in ihren Wohnungen sitzen. Ich finde es sehr schön, dass unser Pastor Michael Voth bei den Gemeindemitgliedern anruft, um mit ihnen und für sie betet. Gerade für die Alleinstehenden ist das sehr wichtig und es hindert uns ja nicht viel daran, es Michael nach zu tun.

Gott segne Euch!

Jörg Fricke, Bad Freienwalde, 28.03.2020