Dient einander
als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes,
jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!

1.Petrus 4,10 Mai 2020

Gedanken zum Monatsspruch

Gott verlangt nie etwas von uns, das wir nicht haben oder nicht leisten könnten. Wir brauchen nur weitergeben. Das nimmt allen äußeren Druck von uns. Aus dem dankbaren Staunen über Gottes Gnade wächst vielmehr das Bedürfnis, diese nicht für sich alleine zu behalten, sondern sie weiterzugeben.
Gott hat uns reich und vielfältig beschenkt. Diese Größe und Vielfalt der Gnade Gottes erfahren wir immer besser, wenn wir sie annehmen und ein-setzen. Die Gnade wird nicht mehr, wenn wir sie für uns behalten, son-dern wird wirksamer, wenn wir sie teilen.
Die Gemeinde und die Familie sind die ersten Orte, wo wir das einüben sollten und von dort zieht es Kreise in unsere Welt.
Die Gnadengaben (Charismen) Gottes sind nicht dazu da, dass WIR uns besser FÜHLEN, sondern das ANDERE Gott näher kommen.
Eine Gabe Gottes kann z.B. Glaube sein, der sich und andere durch schlimme Zeiten trägt, an den andere sich anheften können. Der Träger fühlt sich nicht in jedem Fall gut, aber sein Dienst der Ermutigung, auf Gott zu schauen, bewirkt viel Gutes. Eine weitere Gabe ist die prophetische Fähigkeit, Zwischentöne und die dahinterliegenden Motive, Sehnsüchte, Verletzungen und Bitterkeiten wahrzunehmen. Ganz anders die Gabe der visionären, zielstrebigen Leitung. Und so kann man fortfahren. Manche Gaben haben sich erst in der Corona-Zeit gezeigt und wurden zum Dienst eingesetzt.
Wie jeder natürliche Charakter seine Stärken und Schwächen hat, ist das auch bei den übernatürlichen Gaben. So kann die Vielfalt unserer Charaktere und Gaben auch zu Spannungen in der Gemeinde führen, z.B. wenn wir die Gaben (als Träger) nicht mit Verstand und in Liebe einsetzen oder wenn wir (als Empfänger) bestimmte Hilfen beleidigt oder empört zurückweisen.
Ich möchte uns einladen, die eigene Gabe Gottes besser kennen und einsetzen zu lernen. Wir sollen doch gute Verwalter von dem sein, das uns Gott anvertraut hat! Anderen Christen an unserer Seite gestehen wir zu, eine ANDERE Gabe zu haben und den Umgang und Dienst mit ihr zu lernen und einzuüben mit allen Holprigkeiten. Zur guten Verwalterschaft ge-hört auch, dass wir „besser" werden. Nicht, um vor Menschen zu glänzen, sondern um Gottes Gabe zu entfalten. Gott freut sich über ein bisschen Einsatz, aber noch vielmehr über den vollen (Gaben-) Einsatz.

Euer Falko Hornschuch