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Du allein kennst das Herz
aller Menschenkinder.

1. Kön. 8, 39 Juni 2020

Gedanken zum Monatsspruch

Der Monatsspruch stammt aus dem Gebet Salomos, dem König von Israel, welches
dieser etwa im 10. Jahrhundert v. Chr. zur Einweihung des Jerusalemer
Tempels gesprochen hat. Besonders interessant ist der Zusammenhang, in dem
dieser Vers steht. Denn in den Versen 37 und 38 beschreibt Salomo, dass sich
das Volk bei einer Hungersnot, bei Naturkatastrophen oder der Pest an Gott
wenden soll. Und Israel kann sich dabei darauf verlassen, dass jeder von Gott
das bekommt, was er verdient denn, so sagt es uns Vers 39, er kennt die Menschen
ganz genau. In der Parallelstelle zu diesem Vers aus Psalm 39, 1-2 ist es
sehr schön formuliert: „Herr, Du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze
oder stehe auf, so weißt Du es; Du verstehst meine Gedanken von ferne.“
Ja, Gott kennt mein Herz und er weiß, worüber ich mir den lieben langen Tag
Gedanken mache. Das finde ich manchmal ziemlich erschreckend, denn viele
meiner Gedanken sind nicht für die Außenwelt bestimmt weil sie nicht besonders
nett sind (um es vorsichtig zu formulieren). Auch mein Herz d. h. meine
Gefühlswelt ist nicht selten voller Wut und Ärger. Und Gott bekommt das
alles mit nicht immer eine so angenehme Vorstellung. Aber denn lese ich in
der Bibel weiter und entdecke in Jeremia 29, 11 folgendes: „Denn ich weiß
wohl, was ich für Gedanken über Euch habe, spricht der HERR: Gedanken des
Friedens und nicht des Leides, dass ich Euch gebe Zukunft und Hoffnung“
(wieder sehr schön formuliert, wie ich finde).
Also: Gott kennt uns ganz genau und er meint es gut mit uns: Er will uns mit
Frieden und Hoffnung beschenken. Er will nicht, dass wir Leid tragen, und er
gibt uns eine Zukunft. Das ist doch wirklich eine tröstende Nachricht in unserer
jetzigen Zeit der Pandemie.
Aber eine Voraussetzung muss erfüllt werden, wenn Gott uns beschenken soll.
Salomo benennt sie in Vers 38 und 39 ganz deutlich: „… wer dann bittet und
fleht …, die da ihre Plage spüren …, so wolltest Du (Gott) hören im Himmel,
…“.
Wir dürfen also unsere Anliegen vor Gott bringen – gerade jetzt in dieser
schwierigen Zeit und wir können dann auch die Gewissheit haben: er wird auf
uns hören.

Jörg Fricke