Jesus sprach zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist.

Lukas 5,4März 2019

Petrus ist ein ganz gewöhnlicher Fischer. Er verdient damit seinen Unterhalt, ernährt seine Familie. Er hat, wie jeder Fischer, gute und schlechte Tage. Eben hatte er einen schlechten Tag, besser: Eine schlechte Nacht. Er hat nichts gefan-gen. Er war dabei seine Netze zu flicken und zu waschen. Da kommt Jesus vorbei. Er hat einen Plan mit Petrus: Er will Petrus zum Glauben rufen und er will Petrus in seine Nachfolge als Jünger berufen.

Dazu fragt er Petrus, ob er in sein Boot steigen kann und aus seinem Boot zur Menge sprechen kann. Petrus gibt ihm sein Boot. Jesus spricht zum Volk. Petrus hat alles mitbekommen und hört die Worte Jesu. Es sind Worte, die das Volk zur Umkehr, zur Buße und zum Glauben rufen. Diese Worte bewegen Petrus nicht.

Erst als Jesus sich ihm persönlich zuwendet, kommt bei Petrus etwas in Bewegung. Erst äußerlich, dann auch innerlich. Jesus sagt Petrus: „Fahre hinaus, wo es tief ist.“ Dort, wo das Wasser tief ist, erlebt Petrus das Wunder, dass er viele Fische fangen wird. Dort, wo das Wasser tief ist, gewinnt auch seine Begeg-nung mit Jesus an Tiefe: Dort erkennt er, dass er ein Sünder ist, dass Jesus Gott ist und er Vergebung braucht.

Am Anfang schien dieser Gang in die Tiefe sinnlos zu sein: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; (Lukas 5, 5), aber nach dem Wunder hat er erfahren, dass die Tiefe sich gelohnt hat.

„Fahre hinaus, wo es tief ist“ – das sind die Worte Jesu auch an uns. Wir verlassen den Uferbereich, wo es gemütlich und sicher ist. Wir verlassen unsere ge-danklichen Komfortzonen und wir lassen uns auf Jesus neu ein. Das ist das Ziel der geistlichen Übungen. Wir nehmen uns Zeit und lesen neu die Bibeltexte. Auch wenn wir sie schon oft gehört haben, lassen wir uns erneut auf sie ein. Mit Hilfe der Bibelworte stellen wir uns Fragen zum Glauben und unserem Leben, die wir längst beantwortet wussten oder verdrängt haben. Indem wir in die Tiefe tauchen, haben wir die Möglichkeit das zu erkennen, was uns am „Ufer“, an der Oberfläche verwehrt bleibt.

Petrus hat durch das Rudern in die Tiefe seinen Glauben und seine Berufung gefunden. Beides möchte Jesus in uns stärken: Unseren Glauben, unsere Beziehung zu ihm und auch unsere Berufung, unsere Identität, unsere Persönlichkeit.

Ich wünsche uns allen, dass wir in diesen Wochen uns aufmachen in die Tiefe und von Jesus neue Impulse für unseren Glauben und unser Leben bekommen.

Pastor Johann Vollbracht