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Monatsspruch April 2018

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Johannes 20,21


Gedanken zum Monatsspruch


Einer Emnid-Umfrage im März zufolge ist die größte Sorge der Deutschen die Bildung. Dann folgen die Themen Dieselskandal, Ausbau neuer Technologien und die Sicherung der Grenzen gegen illegale Zuwanderung. In den letzten Tagen kam auch vermehrt die Diskussion über Armut auf. Diese Themen besorgen laut Umfrage die Bürger, weil sie Handlungsbedarf sehen und von der Politik Antworten und Entscheidungen erwarten. Einige dieser Themen haben Potential von Besorgnis zur Angst zu werden. Wenn ein Thema, ein Bereich zu undurchsichtig wird und die Hoffnung auf Lösung schwindet, dann stellt sich Angst ein. Wenn von der Regierung keine Lösungsansätze zu diesen und anderen Fragen kommen, dann wächst die Angst vor dem Unbekannten. Angst ist der Zustand der Jünger nach der Kreuzigung Jesu. Der Tod und die Grablegung Jesu war für die Jünger eine sehr traumatisierende Erfah-rung. Alles, woran sie geglaubt haben und was sie gehofft haben, hat sich auf einmal aufgelöst.
Jesus, dem sie drei Jahre lang gefolgt sind und für den sie ihre Lebensplanung aufgegeben haben, ist tot. Warum sind sie Jesus drei Jahre lang nachgefolgt? Die Pläne, die sie heimlich geschmiedet haben, haben sich aufgelöst. Die vielen Verheißungen Jesu über das Himmelreich Gottes, über die neue Welt Gottes – wo sind sie geblieben? Statt neue Welt sehen sie, dass Jesus am Kreuz getötet wurde. Und mit ihm all ihre Hoffnungen. Wo Ungewissheit, Unsicherheit, Zweifel ist, da ist die Angst nicht weit. Am dritten Tag nach der Kreuzigung sind die Jünger zusammen. Die Türen sind verschlossen. Angst ist das verbindende Element.
Die Angst kann nur derjenige nehmen, der Antworten hat. Das kann im Falle der Jünger nur Jesus selbst sein. Was für ein Glück, dass er auferstanden ist!
Jesus ist auferstanden am dritten Tag und er dringt durch die verschlossenen Türen in den Raum der Jünger. Er spricht ihnen zu: „Friede sei mit euch!“ Weil er auferstanden ist können alle Fragen, Zweifel, Sorgen und Ängste weichen. Diese müssen dem Frieden Platz machen. Der Schalom Jesu bedeutet so viel mehr: Er bedeutet Ruhe, Frieden, Ausgeglichenheit, Freude, Sicherheit.
Die Auferstehung Jesu wechselt den Blickwinkel der Jünger. Während die Angst sie selbstbezogen gemacht hat, so dass sie nur an sich selbst denken konnten, weitet der Friede Jesu ihren Blick: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Jesus hat für die Jünger einen Auftrag. Er verlangt nicht weniger von den Jüngern, als dass sie genauso in die Welt gehen, wie er in unsere Welt gekommen ist. Diese Sendung beantwortet die Fragen: Warum sind sie mit Jesus drei Jahre lang zusammen gewesen und warum haben sie drei Jahre lang von Jesus gelernt. Jetzt wissen sie, warum sie ihren Lebensentwurf aufgegeben haben und Jesus nachgefolgt sind. Sie haben einen Auftrag. Für die Jünger war die Auferstehung Jesu Antwort genug. Ist die Auferstehung Jesu für mich heute Antwort genug? Vermag sie auch heute die Angst zu verjagen und Raum für Frieden zu schaffen? Und kann die Auferstehung heute meinen Blick weiten? Wir leben in einer Zeit, in der wir viele Fragen haben. Unsere Gesellschaft ist geprägt von Fragen und Herausforderungen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Ich bin überzeugt, dass die Auferstehung Jesu auch heute Antwort genug ist. Auch heute gibt es keine andere Quelle, aus der wir nachhaltig Frieden schöpfen können.
Natürlich ist Jesus keine Antwort auf den Dieselskandal, die Flüchtlingskrise, die Bildungs- und Armutsfragen oder die zukünftige Ausrichtung der Europäischen Union. Aber ich bin davon überzeugt, dass Jesus die Antwort auf die Ängste ist, die aus den unbeantworteten Fragen unserer Zeit kommen. Als Christen glauben wir, dass der auferstandene Jesus bei uns ist und er uns durch das Leben trägt und uns am Ende zu sich in den Himmel aufneh-men wird. Angesichts dieser Verheißungen können wir auch mit materiellen Verlusten (z.B. Armut) und mit anderen möglichen Verlusten (von Kräften, der Gesundheit) umgehen. Denn unsere Hoffnung ist, auch wenn wir der Stadt Bestes suchen, nicht auf diese Welt, sondern auf den Himmel gerichtet. Dort werden wir alle Fülle erleben. Dort werden wir keinen Hunger, kein Leid, keine Fragen mehr haben. Dieser Ausblick ist eine Hoffnung, die uns niemand und nichts nehmen kann. So bekommen wir mit Jesus einen positiven Blick auf die Zukunft. Denn Zukunft ist für uns nicht die nächsten Jahre und Jahrzehnte, sondern die Ewigkeit. Von dieser Hoffnung, dieser Zukunft, diesem Frieden anderen zu erzählen ist ein wunderbarer Auftrag.
Pastor Johann Vollbracht










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