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Monat September 2018

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit,
auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt;
nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk,
das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Prediger 3,11


Gedanken zum Monatsspruch


„Alles hat seine Zeit.“ Mit diesem markanten Satz beginnt der bekannteste Abschnitt des Predigerbuches. Salomo zählt im Kapitel 3 mehrere Ge-gensatzpaare auf. Mal beginnt er mit dem positiven Begriff: Geboren - sterben, pflanzen - ausreißen, behalten - wegwerfen, lieben – hassen (wörtlich übersetzt bedeutet „hassen“ – jemanden auf die zweite Ebene degra-dieren). Mal beginnt er mit dem negativen Begriff: Abreißen-bauen, weinen-lachen, schweigen-reden, Streit-Friede.
Salomo drückt dabei etwas Schicksalhaftes aus: Beides, Gutes und Schlechtes kommen im Leben vor. Beides, sowohl das Leben, als auch der Tod gehören zum Leben dazu. Gibt es dabei einen Sinn? Das fragt sich Sa-lomo nach der Aufzählung. Das ist aber auch die Frage des ganzen Buches. In seinem Fragen und Beobachten kommt er zur Schlussfolgerung, dass Reichtum, Vergnügungen, Wissen, Schönheit und alles, was er tut sinnlos ist. Seine Schlussfolgerung drückt er mehrmals aus: Es ist alles ganz eitel und ein Haschen nach Wind, denn der Tod setzt allem ein Ende und macht somit jede Anstrengung sinnlos. Das Leben bekommt allein einen Sinn, wenn wir es aus der Perspektive Gottes betrachten: Der Glaubende findet Sinn im Glauben, weil er um die Ewigkeit in seinem Herzen weiß. Wer glaubt, der lebt mit der Gewissheit der Ewigkeit in seinem Herzen. Wer glaubt, für den ist das Leben nicht sinnlos. Wer glaubt, für den ist jedes Tun, jedes Wort, jede Hilfe, jeder Gedanke sinnvoll, weil der Tod nicht das Ende von allem ist. Die Beobachtungen zur Sinnlosigkeit des Lebens haben Salomo anfänglich in Depression und Traurigkeit gestürzt – Darum verdroß es mich zu leben, denn es war mir zuwider, was unter der Sonne geschieht, daß alles eitel ist und Haschen nach Wind. (Prediger 2, 17). Als er erkannt hat, dass sein Leben allein durch Glaube Sinn und Perspektive bekommt, kann er auch seinem Sohn sagen: Mein Sohn, lass dich warnen: Des vielen Bücherma-chens ist kein Ende, und viel Studieren macht den Leib müde. Lasst uns am Ende die Summe von allem hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen. Denn Gott wird alle Werke vor Ge-richt bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse. Prediger 12, 12-14
Was Salomo noch nicht in dem Maße kannte, aber doch ahnte, war, dass das Gericht für uns nichts erschreckendes mehr hat, denn Jesus sagt: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. (Joh. 5, 24).
Der Glaubende lebt nicht mehr unter dem quälenden Eindruck, dass alles, was er tut letztlich sinnlos sei. Nein, sein Leben macht Sinn und er hat die Hoffnung auf das ewige Leben.
Pastor Johann Vollbracht










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