Es ist
keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.

2. Samuel 7,22Mai 2019

Dieser Satz ist ein persönliches Bekenntnis des Königs David in einer besonderen Situation seines Lebens. Als sich seine Monarchie stabilisiert hat, will er Gott einen Tempel bauen. Die Israeliten sind schon seit fast 500 Jahren im Land Kanaan und das Volk hat noch keinen richtigen Tempel. Ihre zentrale Kultstelle ist noch immer die Stiftshütte, im Grunde ein Zelt, das ihre Väter noch in der Wüste gebaut haben. Der König David wohnt mittlerweile in einem schönen neuen Palast in Jerusalem und es bewegt ihn, dass Gott noch immer in dem alten Zelt „wohnt“. Deshalb möchte er Gott ein Haus bauen, einen richtigen Tempel, der würdig für den allmächtigen Gott ist. 
Durch den Propheten Nathan antwortet Gott auf diesen Wunsch Davids. Er sagt David, dass er noch nie in einem Haus gewohnt hat. Kein Haus, kein Gebäude auf der Erde kann ihn fassen. Gott erinnert David daran, dass er kein Gott ist, den man irgendwo an einem Ort fest machen kann. Er ist ein wandelnder Gott. Er ist überall. Er geht überall hin. In seiner Botschaft an David kehrt Gott den Spieß im positiven Sinne um: Gott verspricht David: Er wird David einen stabilen Wohnort schenken, denn David ist derjenige, der einen festen, sichern Ort braucht: „Der Herr wird dir ein Haus bauen.“ (V11) Mit dem „Haus“ ist sein Königreich gemeint: Gott wird sein Königreich segnen und stabilisieren. 
David ist von dieser Verheißung Gottes so ergriffen, dass er bekennt: „Es ist keiner wie du und ist kein Gott außer dir.“
„Es ist keiner wie du!“ David kannte die Götter der umliegenden Völker. Sie haben immer nur gefordert. Sie waren teils grausame Tyrannen, die auch Menschenopfer gefordert haben. David dagegen erlebt seinen Gott als den Gott, der nicht egoistisch ist, der nicht auf sich selbst fixiert ist, sondern der gibt. So ein Gott ist wahrlich einmalig so einen gibt es nicht noch mal. 
„Es ist kein Gott, außer dir.“ Inhaltlich ist diese Aussage falsch. Denn im ersten Satz vergleicht David seinen Gott mit anderen Göttern. Also es gibt schon andere Götter. Andererseits liegt David in seinem Urteil auch richtig: Es gibt keine anderen Götter. Diese sind nur Werke der Menschen und deshalb nur schwache und machtlose Gedanken oder Objekte. Gott ist nur einer. Darin liegt David richtig. Neben dieser dogmatischen Aussage ist der persönliche Aspekt seines Bekenntnisses auch wichtig. Denn es geht um eine persönliche Begegnung zwischen David und Gott: Dieses Bekenntnis Davids höre ich so: „Für mich gibt es keinen anderen Gott außer dir. Natürlich gibt es andere Götter um mich. Aber für mich, gibt es nur einen!“ 
Die Erfahrung Davids beschreibt ein Wunder unseres Glaubens. Im Zentrum unseres Glaubens steht die Nachfolge Jesu wir gestalten unser Leben nach seinem Willen, die Hingabe und das Dienen alles was wir sind und was wir haben stelle wir ihm zur Verfügung. Von außen gesehen, könnte der Eindruck entstehen, dass es besonders schwer ist als Christ zu leben, dass es anstrengend, ermüdend, einengend ist, immer an Gott zu denken und ihm zu dienen. 
Doch das ist nicht so. Wer sein Leben Jesus hingibt, der wird nicht ärmer, der wird nicht eingeengt und sein Leben wird nicht stressiger, sondern er erlebt das Wunder, dass eigentlich Jesus uns dient. Er hat uns soviel zu geben, so viele Gaben, so viel Segen. Dieses besondere Wesen Jesu entdecke ich aber nur, wenn ich mich ihm ganz hingebe. 
Jesus wartet auf uns und will uns reichlich beschenken. Ich wünsche uns diesen Glauben, dieses Vertrauen in Jesus, dass er uns nichts nimmt, sondern reichlich beschenkt. Ich wünsche uns, dass wir dann mit David bekennen können: „Es ist keiner wie du. Für mich gibt es keinen Gott außer Jesus.“ 

Pastor Johann Vollbracht