Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.

Matthäus 10,7JuLi / August 2019

Der Journalismus hat eine ungeschriebene goldene Regel: Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Die schlechten Nachrichten weichen von der Norm, vom Alltäglichen ab und stellen so etwas Besonderes dar. Nur das Besondere weckt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und zieht die Blicke auf sich.
Die Jünger Jesu hätten vor 2000 Jahre viele, im beschriebenen Sinne „gute Nachrichten“ verbreiten können: Sie hätten die Korruption der Oberschicht anprangern können, die Besatzung der Römer beklagen oder die zu-nehmende Verschuldung der jüdischen Bauern bedauern können. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wäre ihnen sicher gewesen.
Die Jünger Jesu sollen nun am Anfang ihres Weges mit Jesus mit einer echten guten Nachricht durch die Lande ziehen: Das Himmelreich ist zu ihnen gekommen. Mit dem Himmelreich meint Jesus sein Reich, das Reich, das der Messias errichten wird. Zu diesem Reich kann jeder gehören, der aus ganzem Herzen an Jesus glaubt. Das ist die erste und zugleich fundamentalste Botschaft Jesu in der Bergpredigt. Jesus selbst bekräftigt das Kommen des Himmelreiches durch viele Zeichen und Wunder.
Die Jünger hören die Worte Jesu und sehen seine Zeichen. Das ist die gute Nachricht. Sie sehen aber auch noch viel Unglauben, viel Leid und Unglück. Das ist die Spannung in der sie leben. Ihre Herausforderung war es, zu glauben, dass in dieser Welt der schlechten Nachrichten eine gute Nachricht sich Bahn bricht.
Liebe Geschwister, jeder von uns erlebt in seinem Alltag schlechte Nachrichten. Ein verpasster Zug, eine Straßensperrung, ein Ärgerniss – jeder von uns hat schlechte Nachrichten, mit denen wir die Aufmerksamkeit unse-rer Mitmenschen auf uns lenken können. Jesus ermutigt uns aber, dass wir es anders versuchen sollen.
Wir Christen haben einen Dauerauftrag von Jesus über sein Himmelreich zu reden. Wir erleben dieselbe Spannung wie die Jünger: Wir erleben die verändernde und rettende Kraft Jesu und seine heilsame Gegenwart in unserem Leben, zugleich sehen wir, dass uns noch viel Unheil in dieser Welt umgibt. In dieser Spannung ist es unser Auftrag den Menschen darüber zu berichten, dass das Himmelreich unter uns ist. Es ist uns allen nahe. Jeder kann den Segen dieses Reiches persönlich erleben.
Was für eine geniale Nachricht. Und was für ein Glück, dass über die Jahrhunderte und Jahrtausende es viele Christen gab, die diesen Auftrag ernst genommen haben und die gute Nachricht weitergegeben haben. Deshalb können wir heute glauben. Und wir können heute dafür sorgen, dass Menschen in Eberswalde, Barnim, Berlin und Brandenburg weiter von dieser guten Nachricht hören.

Johann Vollbracht