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Öffne deinen Mund für den Stummen,
für das Recht aller Schwachen!

Sprüche 31, 8Mai 2021

Liebe Gemeinde,

was macht man mit einer Position der Macht, der Stärke oder der Überlegenheit? Ob in persönlichen Beziehungen, oder auf politischer Ebene, es ist eine sehr wesentliche Frage, wie ich mit Menschen umgehe, die mir unterlegen sind. Für manche Menschen ist es klar, dass man die Schwäche des anderen zum eigenen Vorteil ausnutzt. Andere wiederum haben eher die Einstellung: jeder soll sich um die eigenen Angelegenheiten kümmern, dann ist für alle gesorgt.

Unser Monats Vers aus den Sprüchen macht deutlich: für Menschen, die ein gottgefälliges Leben führen wollen, kommen beide Einstellungen, beide Verhaltensweisen nicht in Frage. Im Gegenteil, habe ich Privilegien, habe ich eine Position der Macht oder der Überlegenheit, so gebietet es Gottes gerechter Maßstab, dass ich diese Position bewusst zum Nutzen anderer, die weniger Macht und Rechte haben, einsetze. Ich soll mich aktiv einsetzen, die Stimme erheben für diejenigen, die in unserer Gesellschaft im Nachteil sind.

Vielleicht beginnt es in jungen Jahren damit, dass ich für den in der Klasse die Stimme erhebe, der von allen anderen gehänselt und ausgegrenzt wird. Später im Leben, wenn andere über die „Ausländer“ schimpfen, wie sie uns allen auf der Tasche sitzen und Kosten verursachen, dann kann ich versuchen auch da einen Gegen-pol zu bilden, die Dinge ins rechte Licht zu rücken.

Wer sind die Schwachen, für die wir die Stimme erheben sollen? Damals in Israel waren immer wieder drei Gruppen angesprochen: die Waisen, die Witwen und die Fremden. Diese drei Gruppen waren in besonderem Maße gefährdet, weil sie keinen hatten, der sich für sie einsetzt, sie vor Unterdrückung und Missbrauch, vor Rechtsbrüchen geschützt hätte.

Einer schwachen, schutzlosen Witwe konnte man leicht Land und Besitz wegnehmen. Ungeschützte Waisen oder Fremden konnte man leicht versklaven. Denn sie hatten keine nahen Verwandten, die sich für sie eingesetzt, Schutz vor gewissenlosen Mafiosi geboten hätten.

Im Buch Ruth ist Boaz ein solcher edler, gottesfürchtiger Mensch, der einer Witwe und ihrer Schwiegermutter - gleichzeitig Witwe und Ausländerin - Schutz und Hilfe bietet. Gott macht diesen Mann, mit seinem edlen Charakter zum Vorfahren des König David und später des Messias, Jesus Christus.

An andere denken statt an sich selbst: natürlich ist unser Herr Jesus Christus das Vorbild schlechthin eines solchen Verhaltens. Im 2. Korintherbrief heißt es von ihm: „Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich ist wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich wurdet.“ 2. Kor. 8,9

„Adel verpflichtet“, sagt man. Gott hat uns in Christus zu seinen Kindern, zu Königskindern gemacht. In Christus hat er uns in vieler Hinsicht reich gemacht. Lasst uns diesen Reichtum mit denen teilen, die nicht so privilegiert sind wie wir. So spiegeln wir den Charakter unseres Herrn wieder.

Pastor Alan Gross