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Haben wir Gutes empfangen von Gott
und sollten das Böse nicht auch annehmen?

Hiob 2,10 NoVeMber 2020

Liebe Gemeinde,

Vieles in unserem Leben können wir nicht direkt beeinflussen; es „passiert einfach“ es „geschieht uns“: wie die gegenwärtige Krise, die wir durchleben. Das Leben besteht zum großen Teil darin, mit dem zurecht zu kommen, was uns so „einfach geschieht“.
Meine Mutter ist dieses Jahr 86 geworden. Und doch, sagt sie, hat sie während dieser 86 Jahre nie eine solche Zeit erlebt wie jetzt, mit so vielen Einschränkungen und Unfreiheiten. Wohl mit etwa 12 Jahren fing sie an zu jobben und Geld zu verdienen. Bis vor zwei Jahren hat sie weitergearbeitet bis sie, mit 84, endlich offizielle in Rente ging. In all den Jahren hat sie niemand am Arbeiten gehindert, nie wurde ihre Reisefreiheit eingeschränkt. Sie lebte ein sehr freies und selbstbestimmtes Leben.
Mein Schwiegervater wurde im gleichen Jahr geboren wie meine Mutter. Weil in der ehemaligen UdSSR aufwuchs, dazu während der Kriegszeit, hat er in einem sehr jungen Alter erleben müssen, wie Vater und Großvater, Onkels und andere Verwandte unfreiwillig in Arbeitsarmeen eingezogen wurden. Einige kehrten nie wieder nach Hause zurück.
Er und seine Familie durften viele Jahre lang nach dem Krieg ihren Ort nicht verlassen ohne die Erlaubnis der Regierung. Als er später vier Jahre lang in der Armee dienen musste, durfte er während der Zeit kein einziges Mal seine Verlobte zu Hause besuchen.
Später erlebte er zusammen mit Frau und sechs Kindern bessere, freiere Zeiten. Gerade nach der Übersiedlung in die BRD lernte er ein freiheitliches, demokratisches System schätzen und lieben.
Zwei ganz unterschiedliche Lebensläufe. Aber in einem gleichen sich meine Mutter und mein Schwiegervater: beide sind viele Jahr-zehnte lang, bis ins hohe Alter bemüht, Gott mit ihrem Leben zu ehren, alles dankbar anzunehmen, was er Gutes oder Böses schenkte. Gute Zeiten oder schlechte Zeiten nehmen sie willig aus Gottes Hand und blieben ihm treu.
Diese Einstellung legt uns das große Glaubensvorbild Hiob nahe. Denn Gott ist keine Wunschmaschine und kein Kaugummiautomat, der immer nur Süßes ausspuckt. Wir dürfen nicht darüber bestimmen, welche Zeiten uns Gott schenkt. Aber in allem, was uns „einfach geschieht“ sollen wir ihm danken und ehren, für ihn da sein in dieser Welt. Dabei wollen wir bleiben; Gottes Geist wird uns dabei stärken.

Pastor Alan Gross