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Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

PredigeR 4,6September 2026

Die Botschaft dieses Bibelverses scheint relativ klar zu sein: Alles
Abmühen, um Besitz und Geld zu vermehren; alles Streben nach
noch mehr ist letztendlich sinnlos, sprichwörtlich „das Haschen
nach Wind“ . Das alles schenkt dem Herzen keine Ruhe, keinen inneren
Frieden.
Nun ist mein persönliches Ziel tatsächlich nicht das Anhäufen von
Reichtümer. Dazu bin ich - ehrlich gesagt - viel zu bequem. Aber
auch ich sehne mich nach Ruhe, nach inneren Friede.
Jesus Christus hat uns diesen Frieden zugesagt: „Frieden lasse ich
euch, meinen Frieden gebe ich euch“ (Johannes 14, 27a). Das ist
eine wunderbare Zusage und Ich bin doch Gottes Kind (nach Johannes
1, 12). trotzdem spüre ich diesen Frieden recht selten, sondern
bin eher voll Unruhe und voller Zweifel.
Und das, obwohl ich in den letzten Monaten sehr viel mit Gott erleben
durfte – unter anderem ein waschechtes Wunder. Wie meine
Frau mir glaubhaft versichert, wäre ich fast an einer Blutvergiftung
aufgrund der Entzündung meiner Herzklappe gestorben: Ich muss
ihr glauben, denn ich kann mich an nichts mehr erinnern.
Es war jedenfalls sehr knapp. So knapp, dass mein Schutzengel
jetzt einen Burn-out hat, wie meine Frau meinte.
Aber ich hatte auch das Gefühl, dass Gott mich durch die echt unschöne
Zeit im Krankenhaus getragen hat. In der Behandlung hat
einiges nicht so gut funktioniert, aber insgesamt hält sich – Stand
jetzt – der mentale Schaden in Grenzen – was natürlich auch an Euren
Gebeten lag – DANKE DAFÜR
Ein Gemeindemitglied meinte während eines Krankenhausbesuchs
„In der Gemeinde wird so viel für dich gebetet – du musst überleben,
sonst kriegen wir alle eine Glaubenskrise“. Stand heute werde
ich der Gemeinde den Gefallen tun und die ganze Sache wohl relativ
glimpflich überstehen.
Gott hat Eure Gebete erhört und ich durfte am Leben bleiben.
Aber leider hatte diese epochale Erfahrung nicht dafür gesorgt,
dass ich „eine Hand voll Ruhe“ bekommen habe. Das Ringen um Jesu
Frieden geht weiter. Aber ich weiß, dass ich Gottes Kind bin.
Ich bin weiter mit ihm unterwegs – und komme dem Ziel, innere
Gelassenheit zu finden, hoffentlich ein kleines Stückchen näher.
Diese Ruhe wünsche ich Euch allen.

Jörg Fricke